Wann rufst du die 112?
Die 112 ist der europaweite Notruf für lebensbedrohliche Situationen. Rufe sie an, wenn dein Kind nicht ansprechbar ist, nicht oder sehr angestrengt atmet, nach einem schweren Unfall stark blutet oder du eine akute, ernste Gefahr für Leib und Leben erkennst. Der Notruf ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar, auch ohne Guthaben auf dem Handy.
Am Telefon nennst du deinen Standort, was passiert ist und wie alt dein Kind ist. Bleibe am Apparat, bis die Leitstelle das Gespräch beendet, damit keine wichtigen Rückfragen fehlen. Diese Website ersetzt keine ärztliche Einschätzung und gibt daher bewusst keine Symptom-Checkliste für die Entscheidung zwischen Notruf und Bereitschaftsdienst vor.
Wann hilft dir die 116117?
Ist die Situation dringend, aber nicht lebensbedrohlich, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Rufnummer 116117 die richtige Adresse. Das ist zum Beispiel der Fall bei hohem Fieber am Abend, starken Schmerzen oder anderen Beschwerden, die aus deiner Sicht nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten sollen.
Über die 116117 kannst du dir telefonisch eine Einschätzung geben lassen oder direkt eine geöffnete Bereitschaftspraxis in deiner Nähe suchen, viele Regionen bieten dafür auch eigene Kinder-Bereitschaftspraxen an. Alternativ findest du geöffnete Praxen über die Suche unter 116117.de. Der Dienst gilt bundesweit einheitlich und ist unabhängig davon nutzbar, wo deine reguläre Kinderarztpraxis sitzt.
Wann direkt in die Notaufnahme einer Kinderklinik?
Manche Situationen gehören direkt in die Notaufnahme einer Kinderklinik, etwa wenn eine sofortige Diagnostik oder Behandlung nötig sein könnte, die eine Praxis nicht leisten kann. Auch nach einem Anruf bei der 116117 kann dich das Personal an eine Notaufnahme verweisen, wenn das für die Situation passender ist.
Ob eine Kinderklinik in deiner Region eine eigene Notaufnahme für Kinder und Jugendliche hat, unterscheidet sich örtlich. Im Zweifel gilt: Bei akuter Sorge um eine ernste Erkrankung oder Verletzung ist die 112 oder der direkte Weg in eine Notaufnahme die sicherere Wahl als abzuwarten.
Verdacht auf eine Vergiftung: Giftinformationszentrum
Hat dein Kind vermutlich etwas Giftiges verschluckt, zum Beispiel ein Medikament, eine Pflanze oder ein Haushaltsmittel, wendest du dich an das für deinen Wohnort zuständige Giftinformationszentrum. In Deutschland gibt es mehrere regionale Giftinformationszentren, die telefonisch beraten, welche Schritte im konkreten Fall sinnvoll sind.
Damit du keine falsche oder veraltete Nummer wählst, verlinken wir hier bewusst nur auf die offizielle Übersicht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit allen Giftinformationszentren und ihren aktuellen Rufnummern. Bei einem akuten Notfall mit Atemnot, Bewusstlosigkeit oder starken Symptomen wählst du zusätzlich immer die 112.
Halte beim Anruf möglichst bereit, was und wie viel dein Kind vermutlich aufgenommen hat, wie alt und schwer es ist und seit wann die Aufnahme zurückliegt. Das erleichtert die Einschätzung am Telefon erheblich.
Was du zur Bereitschaftspraxis oder in die Notaufnahme mitnimmst
Nimm nach Möglichkeit das Gelbe Heft deines Kindes mit, dazu den Impfausweis und die Krankenversichertenkarte. Diese Unterlagen helfen dem Praxisteam oder dem Klinikpersonal, sich schnell einen Überblick über Vorerkrankungen und bisherige Untersuchungen zu verschaffen.
Notiere dir auf dem Weg dorthin in Stichworten, wann die Beschwerden begonnen haben und was sich seitdem verändert hat. Regelmäßig eingenommene Medikamente deines Kindes solltest du ebenfalls nennen können, am besten mit Packung oder Beipackzettel.
Häufige Fragen
Wann rufe ich bei meinem Kind die 112 statt der 116117?
Die 112 ist für lebensbedrohliche Notfälle da, etwa wenn dein Kind nicht ansprechbar ist oder nicht richtig atmet. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten ist die 116117 die richtige Nummer.
Gibt es einen kinderärztlichen Notdienst am Wochenende?
Ja, der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 ist auch samstags, sonntags und an Feiertagen erreichbar und vermittelt dich bei Bedarf an eine geöffnete Bereitschaftspraxis, in vielen Regionen auch speziell für Kinder.
Wie finde ich eine geöffnete Bereitschaftspraxis in meiner Nähe?
Über die Rufnummer 116117 oder die Suche auf 116117.de bekommst du geöffnete Bereitschaftspraxen in deiner Region angezeigt, teils speziell für Kinder und Jugendliche.
Was mache ich bei Verdacht auf eine Vergiftung?
Wende dich an das für deine Region zuständige Giftinformationszentrum, die Übersicht mit allen Nummern findest du beim BVL. Bei ernsten Symptomen wählst du zusätzlich die 112.
Muss ich vor der Notaufnahme in einer Kinderklinik anrufen?
Das ist regional unterschiedlich geregelt, in vielen Fällen wirst du auch über die 116117 an die passende Anlaufstelle verwiesen. Bei akuter Lebensgefahr wählst du direkt die 112.
Was sollte ich in die Notaufnahme oder zur Bereitschaftspraxis mitnehmen?
Das Gelbe Heft, den Impfausweis und die Krankenversichertenkarte deines Kindes sowie Angaben zu regelmäßig eingenommenen Medikamenten.
Quellen
- Der ärztliche Bereitschaftsdienst, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de
- Liste der Giftnotrufzentralen, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
- Kinderärztliche Notdienste, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de
